Der alte Verein

Bevor wir uns dem neuen Verein zuwenden, müssen wir uns auch seinen Vorgänger, die Schützenabteilung des Veteranen- und Kriegervereins etwas ansehen.

Am 1. Februar 1880 wurde ein Veteranen- und Kriegerverein gegründet. Da bei wichtigen Ereignissen, wie Jahrestagen, Begräbnissen, usw. geschossen wurde war eine Schützenabteilung notwendig, die dann am 19. Januar 1930 ins Leben gerufen wurde. Am 26. Januar war die erste Versammlung, bei der gleich 24 Schützen begrüßt werden konnten. Das erste Gewehr wurde leihweise vom Württembergischen Kriegerbund zur Verfügung gestellt. Geschossen wurde am Krautgartenwasen an der Straße nach Bleichroden. Der Vorstand wollte aber schon ein Schießhaus und die Mitglieder stimmten zu. Der Gemeinderat stellte den Wasen unentgeltlich zur Verfügung, die Freifrau von und zu Thannhausen gab unentgeltlich Holz im Werte von 20 Mark und die Fürstliche Standesherrschaft Wallerstein 3 Festmeter Sägholz und 15 Baustangen. Kameraden bauten alles auf und am 23. März konnte schon das Schießen beginnen. In der Folgezeit beteiligte man sich mit guten Erfolgen an verschiedenen Schießübungen und Wettkämpfen der umgebung. Auch die SA benutzte die Schießstände des Schützenvereins. Während des Krieges wurde die Tätigkeit stark eingeschränkt. Nach Ende des Krieges wurde der Verein verboten und das Schießhaus mußte auf Befehl der amerikanischen Besatzungsmacht abgerissen werden.

 

Der neue Verein

Fast 20 Jahre gingen ins Land, bis der neue Schützenverein wieder gegründet wurde. man fand sich schon lange in kleineren Gruppen zusammen und schoß auf beholfsmäßige Scheiben. Immer lauter wurde der Ruf nach der Wiederbegründung des Schützenvereins.
Endlich war es soweit. Nach einem Aufruf von Xaver Lipp trafen sich eine stattliche Anzahl Interessierter am 26. Januar 1965 im Gasthaus bei Kaspar Kohnle. Man beschloß die Gründung des Schützenvereins und begann mit etwa 20 aktiven Mitgliedern. Erster Oberschützenmeister wurde Xaver Lipp. Nach Abschluß der Aufbau- und Einrichtungsarbeiten konnte im Mai 1965 entlich der Schißbetrieb auf 4 Bahnen im Saalt des "Ochsen" bei Karl Kappler aufgenommen werden. Das es nur ein Provisorium sein sollte, war jedem klar.

 

Das Schützenhaus

Bereits in der ersten Generalversammlung am 8. Januar 1966 faßte man den Entschluß ein eigenes Schützenhaus zu bauen. Die Gemeindeverwaltung versprach, ein geeignetes Baugelände zur Verfügung zu stellen und das war genau des Gelände, auf dem die alte Schießhalle gestanden hatte. Am 2. November 1968 wurde mit dem ersten Spatenstich der Bau des Schützenhauses begonnen.
Über den Weiterbau bereichtet die 2. Festschrift des Schützenvereins von 1975: .
Der Bau selbst wurde dann in einer bis dahin beispiellosen Gemeinschaftsaktion der Schützen und der ganzen Gemeinde vollendet. Die Waldbesitzer des Dorfes stifteten aus ihren Holzbeständen Stämme, die von den Schützen gefällt und geräppelt, von den Bauern dann mit Schleppern zum Bauplatz transportiert wurden. Der Schützenkamerad August Herdeg sägte das Bauholz zu. während gleichzeitig unter der Leitung des Schützen und Maurermeister Eugen Thorwart die Erd- und Hochbauarbeiten anliefen. Die veranschlagten Kosten von einer Viertelmillion wurde dadurch in Grenzen gehalten, daß Oberschützenmeister Lipp dem Verein einen zinslosen Kredit von 80000 Mark zur Verfügung stellte und die Schützenkameraden ausnahmslos an Feierabenden, Wochendenden und Urlaubstagen auf dem Bau arbeiteten. Facharbeiter brachten ihr Können ein, Handwerker übernahmen die Spezialarbeiten und stellten ihre Maschinen zur Verfügung, alle Schützen verrichteten in mehr als 8500 Arbeitsstunden beste Arbeit und brachten so ohne nennenswertes Anfangskapital ein Schützenhaus zustande, wie es damals im ganzen Kreis Aalen keines mehr gab. Der erste Spatensich wurde am 2. November 1968 getan, der Einzug ins neue Haus erfolge am 24. Oktober 1970m due festliche Einweihung wurde im Zusammenwirken zahlreichen anderer Vereine am 11. Juli 1971 begangen.

Nach dem Einzug konnten bereits an 22 Ständen, davon 8 in der Schießhalle, in den Disziplinen Luftgewehr und Luftpistole größere Veranstaltungen durchgeführt werden. Noch während des Baues wurde 1969 die vollautomatische Kegelbahn eingebaut.

1981 wurden endlich drei 50-m-KK-Bahnen eingerichtet, die dringend notwendig und schon lange geplant waren. Die Leitung des Schützenvereins wirtschaftete immer hervorragend un die Mitholfe des Schützenbrüder war so gut, daß bereits 5 Jahre (!!!) nach der Einweihung des Vereinsheimes dieses bezahlt war. Seit 1976 steht der Schützenverein schuldenfrei da.

1977 wurde das Vereinsheim durch eine Serie von Einbrüchen heimgesucht. Dabei wurdne verschiedene Waffen gestohlen. Der SV kaufte desholb einen Panzerscharank zur Unterbringung und Sicherung der Waffen und ließ auch eine Alarmanlage einbauen.

Ein Höhepunkt des Vereinslebens war die Fahnenweihe am 29. Juni 1975. Im Festzug mit mehr als
1 km Länge nehmen über 40 verschiedene Vereine teil. 43 Festdamen aus dem Ort begleiteten die neue Fahne. Mehr als 12000 Besucher verschönten das Fest.

Seit 1980 schießen die Patenvereine SV Regelsweiler, SV Essingen und SV Tannhausen einen Wanderpokal aus. Diese Veranstaltung findet reihum bei den einzlnen Vereinen statt, um den Heimvorteil auszugleichen.

 

Die alte Kanone

Im Mai 1989 spendete die Gemeinde Tannhausen dem Schützenverein eine alte Kanone, die in einer Ecek herumstand. Diese wurde bereits vom Krieger und Veteranenverein im März 1929 angeschafft. Die Gemeinde und die Kath. Kirchenpflege kamen auch zu je 1/3 für die Kosten auf.
In der "Orts-Chronik" von 1929 heißt es: .
"Im März 1929 wurde eine Alarmkanone von der Firma Hermann Wenig, Pocking/Niederbayern bezogen, da die Böller unbrauchbar geworden sind. Diese wurde zuerst verwendet an der Primizfeuer des Alois Abele von Tannhausen am 7. April 1929.
Bei dem ins Grab schießen von verstorbenen Kreigsteilnehmern kam dieselbe zum ersten Mal zur Verwendung bei Eugen Baumgärtner von Forstweiler am
15. April 1929 vorm. 10.00 Uhr."

Bei Kriegsende 1945 fiel diese Kanone unter "Kriegswaffen" und mußte unbrauchbar gemacht werden. Ein Verschlußteil wurde ausgebaut und ging dann vorloren. So stand sie unbrauchbar die ganzen Jahre im Feuerwehrmagazin. Nun wurde sie repariert und kann bei besonderen Ereignissen wieder benützt werden.

 

Vorsitzende des Vereins

1965 - 1976 Xaver Lipp
1976 - 1982 Alfons Bosch
1982 - 1988 Alois Hauber
1988 - 1994 Karl-Heinz Gerner
1994 - 1997 Reinhold Thorwart
1997 - 2006 Franz Weißenburger jun.
2006 - Oskar Bosch